FACING HISTORY - Kulturgeschichte im Dialog

Sonderausstellung KULTUR.DIGITAL in der Antikensammlung Bern

unter dem Patronat der kantonalen Bildungs- und Kulturdirektorin.

7. Juni 2019 - 7. Juni 2020


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Sprechende Skulpturen

Die griechischen und römischen Skulpturen der Antikensammlung Bern sind zu neuem Leben erwacht. Sie sprechen mit dem Publikum und sagen was sie denken. Interaktive Medien wie die Spracherkennung und die Mimikanalyse, ermöglichen das direkte Gespräch mit den historischen Figuren. Ein zehnköpfiges Team von Schauspielerinnen und Schauspielern hat bei der Entstehung der Ausstellung mitgewirkt. In insgesamt zwölf Videoinstallationen verleihen sie den antiken Statuen und Büsten ihre Stimmen, ihren Ausdruck und eine zeitgenössische Sprache. Auf diese Weise treten die Skulpturen in einen poetischen Dialog mit dem Publikum. Die griechischen Gottheiten Hermes, Aphrodite, Apollon und Athena können über Mikrofone direkt ‹angesprochen› und zu ihrer Geschichte befragt werden. In prägnanten Videosequenzen erläutern die olympischen Gottheiten ihre Bedeutung in der griechischen Mythologie und äussern sich zu aktuellen Themen der Gegenwart.


Kulturelle Vielfalt

Im Fokus der Ausstellungsthematik steht die Auseinandersetzung mit der eigenen Kultur- und Mentalitätsgeschichte. Ausgehend von historischen Anknüpfungspunkten wie der griechischen Mythologie oder der antiken Philosophie, vermittelt die Ausstellung in insgesamt 12 Videoinstallationen aktuellste Themen der Gegenwart: Kulturelle Vielfalt, Digitaler Wandel, Gleichstellung, Kulturelle Verantwortlichkeit gegenüber sich selbst und der Gesellschaft.


Bildungsangebot - Kulturgeschichte - Digitalisierung

Die Ausstellung bereichert nicht nur das kulturelle Angebot der Region Bern, sie versteht sich auch als attraktives Bildungsangebot für Schulklassen aus der gesamten Deutschschweiz. Mit FACING HISTORY wird die junge multikulturelle Generation gezielt für ihre gemeinsame Geschichte und Zukunft begeistert. Ausgehend von der Kultur- und Mentalitätsgeschichte werden Weltbilder, Anschauungen und Orientierungsmuster hinterfragt und reflektiert. Die Ausstellung vermittelt sowohl Themen der Kulturgeschichte wie auch Themen der Digitalisierung und verbindet beide Bereiche mit aktuellen gesellschaftlichen Fragen. Die digitale Transformation und ihr Einfluss auf unseren Alltag werden direkt physisch erlebbar. Neue Technologien können im spielerischen Dialog erprobt und reflektiert werden. In pädagogisch attraktiver Weise wird der medienkritische Blick geschärft und die Medienkompetenz gefördert. Für Schulen aus dem Kanton Bern ist der Ausstellungsbesuch kostenlos.


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Preisgekröntes Pilotprojekt

Das Ausstellungskonzept wurde von den Medienkünstlern Franticek Klossner und Marc-André Gasser entwickelt und in Zusammenarbeit mit den Archäologinnen Prof. Dr. Elena Mango, Josy Luginbühl und Cinzia Marti sowie einem zwanzigköpfigen Team von Schauspielerinnen und Schauspielern, Maskenbildnern, Kameraleuten und Filmemachern, Programmierern und Ausstellungstechnikern umgesetzt. Das transdisziplinäre Pilotprojekt wurde vom Amt für Kultur des Kantons Bern im Rahmen des Innovationswettbewerbs KULTUR.DIGITAL ausgezeichnet. Mit dem Wettbewerb fördert der Kanton Bern herausragende Projekte, die eine breite kulturelle Teilhabe ermöglichen und neue Perspektiven der digitalen Kulturvermittlung erschliessen.


Digitale Kulturvermittlung

Im transdisziplinären Zusammenspiel von Geisteswissenschaften, Videokunst, Schauspiel, Archäologie, Philosophie, Interaktiven Theaterformen und neusten digitalen Technologien, ist eine äusserst lebhafte und unkonventionelle Ausstellung entstanden. Mit dem Projekt werden vollkommen neue Wege der digitalen Kulturvermittlung erschlossen und innovative Perspektiven aufgezeigt zur Nutzung interaktiver Medien in Museen. Der unkonventionelle Einsatz von Speech Recognition, Dynamic Video Mapping, Facial Expression Detection und Emotion Analysis, erschliesst den Ausstellungsbesuchern viele neue und ungewohnte Möglichkeiten der Interaktion und der Annäherung an die Themen der Kulturgeschichte.


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Speech Recognition

Interaktive Medien wie Spracherkennung, Emotionsanalyse, Mimikerkennung und Videomapping, ermöglichen das direkte Gespräch mit den Skulpturen der Antikensammlung Bern. Schauspielerinnen und Schauspieler verleihen den antiken Statuen und Büsten in insgesamt zwölf Videoinstallationen  ihre Stimmen, ihren Ausdruck und eine zeitgenössische Sprache. Die griechischen Gottheiten Hermes, Aphrodite, Apollon und Athena können über Mikrofone direkt angesprochen und zu ihrer Geschichte befragt werden. In prägnanten Videosequenzen erläutern die olympischen Gottheiten ihre Bedeutung in der griechischen Mythologie und äussern sich zu aktuellen Themen der Gegenwart.


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Der Schauspieler Johannes Schumacher verleiht dem sogenannten «Barberinischen Faun» (einer hellenistischen Skulptur, vermutlich um 220 v. Chr.) seine Stimme und seinen Ausdruck. Mit Hingabe sinniert der Faun über die psychische Identität des Menschen, Erotik und Sexualität im Wandel der europäischen Mentalitätsgeschichte.


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Facial Emotion Detection

In einer interaktiven Videoinstallation, die sich auf das «Orakel von Delphi» bezieht, werden die Emotionen der Besucherinnen und Besucher analysiert und kommentiert. Der sprechende Kopf einer Monumentalstatue verkündet den überraschten Gästen «wie sie sich fühlen». Ihr Gesichtsausdruck wird anhand visueller Mimikerkennung und digitaler Emotionsanalyse eingestuft und nach dem errechneten Mittelwert ihrer Stimmungslage «gedeutet». Die poetischen Kommentare des Orakels werden individuell aus einer Video-Library abgerufen. Der junge Schweizer Schauspieler Antonio Ramón Luque, bekannt aus der SRF-Webserie «Nr. 47», verleiht dem digitalen «Emotions-Orakel» seine Ausstrahlung und seinen überzeugenden Ausdruck.


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Die Stimme der Gegenwart

Mit einer Videoperformance zur Geschichte der Philosophie und der Aufklärung, ist auch Deutschlands bekannteste freie Philosophin, die Bestsellerautorin Dr. Rebekka Reinhard in der Ausstellung vertreten. Mit ihrer Performance haucht sie einem Bildnis der antiken griechischen Dichterin «Sappho» neues Leben ein und verleiht ihr eine prägnante Stimme der Gegenwart. Umgeben von prominenten Zuhörern wie Platon, Sophokles und Homer, äussert sich die Philosophin zu aktuellen Fragen unserer Zeit. In engagierten Statements erörtert sie zentrale Ausstellungsthemen wie Diversität und interkulturelle Kompetenz, Gender und Gleichstellung, Globalisierung und Digitalisierung, Mündigkeit und Kulturelle Verantwortlichkeit gegenüber sich selbst und gegenüber der Gesellschaft.


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An der Realisierung der Ausstellung haben ingesamt 20 Künstlerinnen und Künstler sowie ein zehnköpfiges Team von Wissenschaftlerinnen und Technikern mitgewirkt. Schauspiel & Performance: Eva Marianne Berger, Ben Gageik, Lisanne Hirzel, Malte ­Homfeldt, Jasmin Kiranoglu, Antonio Ramón ­Luque, Bernhard Schneider, Johannes Schumacher, ­Isabelle Stoffel sowie die Philosophin Rebekka Reinhard, Ausstellungskonzept & Umsetzung: Frantiček Klossner & Marc-André Gasser, Software: Simon Josi, Video: Tom Bernhard & Adrian Perez,  Maskenbildner: Sinem Yavsaner, Pino Zinna, Fotografie: Simon Schmid, Matthieu Brouillard, Ruben Wyttenbach, Jürg Zbinden, Antikensammlung der Universität Bern: Elena Mango, Cinzia Marti, Josy Luginbühl, Ausstellungsbauten: Bernhard Anliker, Andreas Brunner, Daniela und Roger Mischler, Stefan Schwärzler.


Cast - Facing History - Schauspielerinnen und Schauspieler


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EVA MARIANNE BERGER

Die Schauspielerin ist seit 2013 Ensemblemitglied am Landestheater Coburg. Ihre Ausbildung hat sie 2008 an der Hochschule der Künste Bern HKB abgeschlossen. Bis 2012 war sie Ensemblemitglied am Theater Dessau. Als Sprecherin ist sie in der Schweiz und in Deutschlanf tätig. Ihre Stimme begleitet sowohl die Reisenden im Schweizer «Postauto» wie auch die Besucher im Bayerischen Nationalmuseum München oder im Historischen Museum Bern. Die jüngere Generation kennt ihre charismatische Stimme auch vom Fernsehsender Nickelodeon. www.eva-marianne-berger.de

 

In FACING HISTORY erleben wir Eva Marianne Berger in der Rolle der «Pallas Athena». Die Schauspielerin verleiht ihre Stimme und ihre Mimik der Monumentalskulptur «Pallas von Velletri» (Louvre, Kopie 2. Jh. n. Chr. nach einer Kultstatue von Kresilas, Athen ca. 430-420 v. Chr.) Die interaktive Umsetzung mit dynamischem Videomapping und digitaler Spracherkennung, ermöglicht das direkte Gespräch mit der drei Meter hohen Statue. In prägnanten Videosequenzen erläutert die Göttin ihre Bedeutung in der griechischen Mythologie und äussert sich in pointierten Worten zu aktuellen gesellschaftlichen Themen der Gegenwart.



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BEN GAGEIK

Der aus Düsseldorf stammende Schauspieler hat seine Ausbildung an der Hochschule der Künste HKB in Bern absolviert und 2019 mit dem

Master of Arts in Expanded Theater abgeschlossen. Bereits vor seinem Studium war er in mehreren deutschen Filmproduktionen zu sehen. Grosse internationale Beachtung findet Ben Gageik in der Rolle des Danny Weiss im Film-Drama «The Queen's Gambit» (Regie: Scott Frank, Netflix-Produktion, 2020)

 

In FACING HISTORY erweckt Ben Gageik zwei antike Büsten zu neuem Leben: Zum Themenbereich «Politik» verkörpert er den griechischen Helden Herakles in einer Debatte im Plenarsaal des Europäischen Parlaments in Straßburg. Seine Gesprächspartner sind Königin Niobe (Jasmin Kiranoglu), eine Bürgerin von Athen (Lisanne Hirzel) und der römische Kaiser Caracalla (Bernhard Schneider). In einer weiteren Videoinstallation verleiht Ben Gageik seine ausdrucksstarke Stimme und Mimik dem Kolossalkopf eines Dioskuren. Dieser beschwört in ergreifenden Worten die kulturelle Vielfalt Europas und den gesellschaftlichen Zusammenhalt.



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LISANNE HIRZEL

Die Schauspielerin hat ihre Ausbildung an der Hochschule der Künste Bern HKB absolviert, wo sie das Masterstudium in Expanded Theater 2019 abgeschlossen hat. Im Anschluss an ihr Studium wird sie Mitglied im Schauspielensemble am Fünfspartentheater Chemnitz.

 

In FACING HISTORY hat Lisanne Hirzel in einer Videoinstallation zum Themenbereich «Politik» mitgewirkt. Die Szenografie zeigt eine Panoramaansicht des Plenarsaals des Europäischen Parlaments in Straßburg. Vor diesem Hintergrund führen vier antike Büsten eine Debatte zu aktuellen politischen Fragen. Lisanne Hirzel verleiht ihre Stimme und ihren Ausdruck der griechischen Büste einer «Bürgerin», dem sogenannten «Schönen Kopf vom Südabhang der Akropolis» (300 v.Chr.) dessen Original sich im Nationalmuseum in Athen befindet. Ihre «Gesprächspartner» sind Herakles (Ben Gageik), Königin Niobe (Jasmin Kiranoglu) und der römische Kaiser Caracalla (Bernhard Schneider). Ihr Wortwechsel basiert auf bekannten Zitaten griechischer Philosophen und Aussagen von Politikerinnen und Politikern der Gegenwart.

 

 



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MALTE HOMFELDT

Der aus Hamburg stammende Schauspieler hat seine Ausbildung an der Hochschule der Künste HKB in Bern absolviert. 2016 gastierte er am Staatstheater Saarbrücken in «Romeo und Julia» unter der Regie von Daniel Pfluger. 2017 spielte er im Kunsthaus Zofingen in Franticek Klossners Videoinstallation «Generation Head Down» den Götterboten Hermes.

 

Auch in FACING HISTORY verleiht Malte Homfeldt seine Stimme und seine Ausstrahlung an die Statue «Hermes von Olympia». Die interaktive Videoumsetzung ermöglicht das direkte Gespräch mit dem Götterboten. Hermes kann zu seiner Geschichte befragt werden. In prägnanten Videosequenzen erläutert er seine Bedeutung in der griechischen Mythologie und äussert sich als Kommunikationsexperte in pointierten Worten zu aktuellen Themen wie Digitalisierung, Internet und Globalisierung.

 

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JASMIN KIRANOGLU

Die Schauspielerin hat ihre Ausbildung an der Hochschule der Künste Bern HKB absolviert und 2019 mit dem Master in Expanded Theater abgeschlossen. Seither fokussiert sie sich auf Performances in den spartenübergreifenden Bereichen zwischen bildender und darstellender Kunst. www.jasminkiranoglu.com

 

In FACING HISTORY erleben wir die Schauspielerin in einer Videoinstallation zum Themenbereich «Politik». Die Szene spielt im Plenarsaal des Europäischen Parlaments in Straßburg. Umgeben von den Parlamentarierinnen und Parlamentariern führen vier antike Büsten eine Debatte zu aktuellen Themen. Jasmin Kiranoglu spielt die thebanische Königin Niobe. Ihre Gesprächspartner sind der römische Kaiser Caracalla (Bernhard Schneider), der griechische Held Herakles (Ben Gageik) und eine Bürgerin Athens (Lisanne Hirzel). Ihr Wortwechsel basiert auf bekannten Zitaten griechischer Philosophen der Antike sowie zeitgenössischen Politikerinnen und Politikern.



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ANTONIO RAMON LUQUE

Der aus Malaga stammende Schauspieler hat seine Ausbildung an der Hochschule der Künste Bern HKB absolviert. Bekannt wurde er einem breiten Publikum durch seine Mitwirkung im Film von Colin Best « The Man With The Silver Case» sowie in der vielbeachteten SRF Serie «Nr. 47» unter der Regie von Samuel Morris (2018).

 

In FACING HISTORY verkörpert Antonio Ramón Luque den olympischen Gott Apollon, den Beschützer der Künste und der Musik, den Gott der Heilung und des Frühlings. Der Schauspieler haucht der Skulptur des sogenannten «Apoll vom Belvedere» neues Leben ein und verleiht ihm eine zeitgenössische Sprache. Die interaktive Umsetzung ermöglicht das direkte Gespräch mit der berühmten Statue. Der Sonnengott kann zu seiner Geschichte befragt werden. In prägnanten Videosequenzen erläutert er seine Bedeutung in der griechischen Mythologie und erzählt von seiner Geburt auf der schwimmenden Insel «Delos» oder von seiner grossen unerfüllten Liebe zur Bergnymphe Daphne.

 

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REBEKKA REINHARD

Sie ist Deutschlands bekannteste freie Philosophin. «Die Sinn-Diät» (2009) ist eines der erfolgreichsten deutschsprachigen Bücher im Bereich der Gegenwartsphilosophie. Es folgten «Odysseus oder die Kunst des Irrens» und «Würde Platon Prada tragen?» und «Kleine Philosophe der Macht (nur für Frauen)». Rebekka Reinhard ist stellvertretende Chefredakteurin der Philosophie-Zeitschrift «Hohe Luft». https://rebekkareinhard.de/

 

In FACING HISTORY erleben wir Rebekka Reinhard in einer Videoperformance zur Geschichte der Philosophie und der Aufklärung. Umgeben von prominenten Zuhörern wie Platon, Sophokles und Homer, äussert sich die Philosophin zu aktuellen Themen wie Diversität, interkulturelle Kompetenz, Gleichstellung und kulturelle Verantwortlichkeit gegenüber sich selbst und gegenüber der Gesellschaft. Mit ihrer Performance haucht sie einer Skulptur der antiken griechischen Dichterin «Sappho» neues Leben ein und verleiht ihr eine prägnante Stimme der Gegenwart.



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JOHANNES SCHUMACHER

Der aus Bremen stammende Schauspieler hat seine Ausbildung an der Hochschule der Künste Bern HKB und an der Hochschule für Musik, Theater und Medien HMTMH in Hannover absolviert. Von 2014 bis 2016 war er festes Ensemblemitglied am Staatstheater in Karlsruhe. Seit der Spielzeit 2017/18 ist er Ensemblemitglied am Oldenburgischen Staatstheater.

 

In der Ausstellung FACING HISTORY verkörpert Johannes Schumacher den «Barberinischen Faun»; eine hellenistische Skulptur eines schlafenden Satyrs, die vermutlich um 220 v. Chr. geschaffen wurde. In einer überaus sinnlichen Performance erweckt Johannes Schumacher den Satyr aus seinem zweitausendjährigen Schlaf. Zu neuem Leben erweckt, erzählt die Skulptur ihre bewegte Geschichte und philosophiert über gesellschaftliche Normen und Tabus. Der Satyr spricht über «Nacktheit in der Kunst» und erläutert den Begriff der «Kalokagathia». Mit Hingabe sinniert er über die psychische Identität des Menschen, geschlechtliche Orientierung, Erotik und Sexualität im Wandel der Kulturgeschichte.



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BERNHARD SCHNEIDER

Seine Ausbildung hat der Schauspieler an der Hochschule der Künste Bern HKB mit dem Master of Arts in Theater abgeschlossen (2019). Erste Engagements folgten am Theater Luzern sowie am Konzert Theater Bern. 2016 war er am Freilichttheater Ballenberg tätig, wo er mit grossem Erfolg die Hauptrolle in «Ueli der Knecht» von Jeremias Gotthelf verkörperte. www.bernhardschneider.ch

 

In FACING HISTORY erleben wir den Schauspieler in einer Videoinstallation zum Themenbereich «Politik». Die Szene spielt im Plenarsaal des Europäischen Parlaments in Straßburg. Umgeben von den Parlamentarierinnen und Parlamentariern führen vier antike Büsten eine Debatte zu aktuellen Themen. Bernhard Schneider verleiht seine Stimme und seinen Ausdruck einer Büste des römischen Kaisers Caracalla. Seine «Gesprächspartner» sind Königin Niobe (Jasmin Kiranoglu), der griechische Held Herakles (Ben Gageik) und eine attische Bürgerin (Lisanne Hirzel). Ihr Wortwechsel basiert auf Zitaten griechischer Philosophen der Antike sowie zeitgenössischen Politikerinnen und Politikern.



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ISABELLE STOFFEL

Im Anschluss an ihre Schauspielausbildung an der Hochschule der Künste Bern HKB, ist Isabelle Stoffel in zahlreichen freien Produktionen in der Schweiz, Belgien, Brasilien sowie in Deutschland tätig. Sie spielt in zahlreichen spanischen Kinofilmen (zuletzt in «La virgen de agosto», Regie: Jonás Trueba, 2019). Auf der Bühne ist sie sowohl im Deutschen wie auch im Spanischen Sprachraum zu sehen, u.a. am Nationaltheater in Madrid (CDN) in «La rendición» unter der Regie von Sigfrid Monleón. www.recycled-illusions.com

 

In FACING HISTORY verleiht Isabelle Stoffel ihre Stimme und ihren Ausdruck an die Skulptur der olympischen Göttin Aphrodite. Die interaktive Videoumsetzung ermöglicht das direkte Gespräch mit der Skulptur. Die Göttin der Schönheit und der Liebe kann vom Publikum befragt werden. In prägnanten Antworten erläutert sie ihre Bedeutung in der griechischen Mythologie und bietet faszinierende Einblicke in ihr reiches Liebesleben.



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Eröffnung der Sonderausstellung «Facing History», Hans Ulrich Glarner, Vorsteher des Amtes für Kultur des Kantons Bern, 7. Juni 2019, Universität Bern

Auszug aus der Eröffnungsrede von Hans Ulrich Glarner:

 

(...) unter den vielen Bewerbungen bei der Jurierung des Innovationswettbewerbs 2016 des Kantons Bern zum Thema «Kultur.Digital – Impulsbeiträge für digitale Kulturvermittlung» lag ein Dossier der Antikensammlung auf. Ausgerechnet! Die Gipsabgüsse aus dem Abstellraum. Wurde hier etwa ein Dossier falsch zugewiesen? Aber nein: Das Dossier von Frau Prof. Elena Mango und Frantiček Klossner erwies sich als das absolut spannendste von allen. Am Ende der Jurierung schluckten wir alle etwas leer, als wir dem Projekt mit 50‘000 Franken den Hauptpreis zusprachen.

 

Die Eingabe war dermassen faszinierend, aufregend und neu. Aber «Schaffen die das?». Ist ihre Vision, die Figuren der Antikensammlung durch interaktive Szenografien zum Leben zu erwecken, in die Realität umsetzbar? Wir vertrauten weniger den sibyllinischen Begriffen wie «Real-Time Face-Tracking», sondern vielmehr dem Künstler Frantiček Klossner, der bereits in verschiedenen Zusammenhängen unsere hoch gesteckten Erwartungen übertroffen hatte, und wir vertrauten natürlich auch der Universität Bern und ihrem geschätzten Institut für Archäologische Wissenschaften. Die Jury hat insbesondere überzeugt, dass dieses Projekt einen starken künstlerischen Akzent setzt, dafür eine ambitionierte Anwendung digitaler Mittel wählt und auf Nachhaltigkeit ausgelegt ist.

Wir wurden nicht enttäuscht. Wie wir heute wissen und erleben werden, konnte das anspruchsvolle Projekt realisiert werden. Und ein erster Coup d’Oeil im Beisein der Künstler empfand ich als äusserst vielversprechend. Auch punkto Nachhaltigkeit: Das Interesse an Übernahmen und Ausweitung des gewählten Ansatzes scheint schon vor Ausstellungseröffnung nicht gering zu sein.

 

Entscheidend ist aus meiner Sicht, dass die Ausstellung uns in Situationen führt, welche die Besuchenden zum Nachdenken anregen. Die Projektionen auf den Gipsfiguren sind nicht bloss optisch reizvoll und im besten Sinne unterhaltend. Die Reflexe auf den weissen Körpern setzen ganz rasch Reflexion in Gang. Sie holen Jahrtausende alte Weisheit ans Licht und sie führen uns beispielsweise vor Augen, dass unsere abendländische Kultur (wie sie ja ab und zu mit anderer Absicht beschworen wird), dass unsere abendländische Kultur, dass Europa auf Diversität gründet. Wie weit greifen doch die Spielarten des Lebens. Und wie stark die Vielfalt eine Gesellschaft machen kann. Dies spiegelt sich im Götterpanorama der Antike, dies finden wir in der Odyssee.

 

Eine Voraussetzung allerdings, dass es gut kommt, ist, dass die Beteiligten gemeinsame Werte teilen. Und dafür geben die antiken Philosophen und deren Rezeption seit der Renaissance und vor allem seit der Aufklärung Anregung genug. So ist mir etwa der Diskurs Aristoteles über die Tugenden einer staatlichen Gemeinschaft ein verlässlicher Wegweiser und gehört für mich wie auch Kleists «Penthesilea» oder Anouilhs «Antigone» bis hin zu «Antigone of Syria», zu den Leitmotiven der Kunst und des Lebens. Mit der Ausstellung «Facing History» begegnet mir dieses Leitmotiv in einer überraschenden, neuen, besonders vielschichtigen Variation. Ich danke allen Beteiligten für diese Bereicherung und wünsche dem Projekt den verdienten Erfolg.


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Hans Ulrich Glarner, Vorsteher des Amtes für Kultur des Kantons Bern, Eröffnung der Sonderausstellung «Facing History», 7. Juni 2019, Universität Bern

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Prof. Dr. Elena Mango, Direktorin der Antikensammlung Universität Bern, Eröffnung der Sonderausstellung «Facing History», 7. Juni 2019

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Prof. Dr. Silvia Schroer, Vizerektorin der Universität Bern, Eröffnung der Sonderausstellung «Facing History», 7. Juni 2019

Verein zur Förderung von Medienkunst SEHNERV.org

Der Verein hat massgeblich dazu beigetragen, die Sonderausstellung FACING HISTORY als Pilotprojekt in der Antikensammlung Bern zu ermöglichen. Durch sein breites Netzwerk fördert der Verein sowohl die regionale wie auch die schweizweite und internationale Ausstrahlung des Pilotprojekts. Der Verein ist bestrebt, aktuelle Medienkunst auf hohem Niveau für ein breites Publikum zugänglich zu machen.


Dank

Die Realisierung der Ausstellung wurde ermöglicht durch ­Förderbeiträge von: Kulturförderung des Kantons Bern, Ernst Göhner Stiftung, Hans-Eugen und Margrit Stucki-Liechti Stiftung HMSL, Beisheim Stiftung, Stiftung Vinetum, Burger­­ge­meinde Bern, Ursula Wirz-Stiftung, Temperatio Stiftung, Kultur Stadt Bern, Fondation Johanna Dürmüller-Bol, Carola Ertle + Günther Ketterer. Wir danken für die freundliche Unterstützung.















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Antikensammlung Bern - Facing History