Sonderausstellung KULTUR.DIGITAL unter dem Patronat der Bildungs-

und Kulturdirektorin des Kantons Bern, Regierungsrätin Christine Häsler

 

FACING HISTORY - Kulturgeschichte im Dialog

 

7. Juni 2019 - 7. Juni 2020

Antikensammlung der Universität Bern


Das transdisziplinäre Projekt «Facing History – Kulturgeschichte im Dialog» vermittelt Kultur- und Mentalitätsgeschichte in zeitgenössischer Form. Durch interaktive Szenografien werden die Figuren der Antikensammlung anhand von Videoprojektionen zum Leben erweckt. Die Skulpturen interagieren sowohl mit dem Publikum wie auch untereinander. Das Konzept wurde von den beiden Medienkünstlern Frantiček Klossner und Marc-André Gasser entwickelt und in Zusammenarbeit mit den Archäologinnen Elena Mango, Josy Luginbühl und Cinzia Marti sowie einem zwanzigköpfigen Team von Schauspielerinnen und Schauspielern, Maskenbildnern, Kameraleuten und Filmemachern, Programmierern und Ausstellungstechnikern erstmals 2019 für die Antikensammlung der Universität Bern umgesetzt.

 

Interaktive Medien wie die digitale Spracherkennung, die Mimikerkennung und die Emotionsanalyse, ermöglichen das direkte Gespräch mit den Statuen und Büsten der griechischen und römischen Antike. Mit einem Team von Schauspielerinnen und Schauspielern wurden interaktiv abrufbare Videosequenzen aufgenommen, die im Mappingverfahren auf die Skulpturen projiziert werden. Auf diese Weise verliehen sie den antiken Statuen und Büsten ihre Stimmen, ihren mimischen Ausdruck und eine zeitgenössische Sprache und treten mit dem Publikum oder auch untereinander in einen erstaunlich persönlich wirkenden Dialog. Die griechischen Gottheiten Hermes, Aphrodite, Apollon und Athena können über Mikrofone direkt ‹angesprochen› und zu ihrer Geschichte befragt werden. In prägnanten Videosequenzen erläutern sie ihre Bedeutung in der griechischen Mythologie und äussern sich zu aktuellen Themen der Gegenwart.

 

Das transdisziplinäre Pilotprojekt wurde vom Amt für Kultur des Kantons Bern im Rahmen des Innovationswettbewerbs KULTUR.DIGITAL ausgezeichnet und mit einem Impulsbeitrag gefödert. Mit dem Wettbewerb unterstützt der Kanton Bern herausragende Projekte, welche einen niederschwelligen, breiten Zugang zu Kultur verschaffen, neuartige Wege der Auseinandersetzung mit Kultur bieten und neue Perspektiven der digitalen Kulturvermittlung aufzeigen und erschliessen.


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Diversität und kulturelle Vielfalt

Im Fokus der Ausstellungsthematik steht die Auseinandersetzung mit der eigenen Kultur- und Mentalitätsgeschichte. Ausgehend von historischen Anknüpfungspunkten wie der griechischen Mythologie oder der antiken Philosophie, vermittelt die Ausstellung in insgesamt 12 Videoinstallationen aktuelle Themen der Gegenwart: Kulturelle Vielfalt, gesellschaftlicher Wandel, Gleichstellungs- und Genderfragen, interkulturelle Kompetenz, Mündigkeit und kulturelle Verantwortlichkeit gegenüber sich selbst und der Gesellschaft.


Bildungsangebot

Die Ausstellung versteht sich auch als attraktives neues Bildungsangebot. Für Schulklassen ist der Ausstellungsbesuch kostenlos. Mit der Sonderausstellung wird die junge multikulturelle Generation gezielt für ihre gemeinsame Vergangenheit und Zukunft begeistert. Ausgehend von der europäischen Mentalitätsgeschichte werden unterschiedliche Weltbilder, Anschauungen und Orientierungsmuster hinterfragt und reflektiert. Die Ausstellung vermittelt sowohl kulturhistorische Themen wie auch Themen zur Digitalisierung und dem damit einhergehenden gesellschaftlichen Wandel. Die digitale Transformation und ihr Einfluss auf unseren Alltag werden direkt physisch erlebbar. Neue Technologien können im spielerischen Dialog erprobt und reflektiert werden. In pädagogisch attraktiver Weise wird der medienkritische Blick geschärft und die Medienkompetenz gefördert.


Neue Wege der Kulturvermittlung

Im transdisziplinären Zusammenspiel von Geisteswissenschaften, Videokunst, Schauspiel, Archäologie, Philosophie, Interaktiven Theaterformen und neusten digitalen Technologien, ist eine äusserst lebhafte und unkonventionelle Ausstellung entstanden. Mit dem Projekt werden vollkommen neue Wege der digitalen Kulturvermittlung erschlossen und innovative Perspektiven aufgezeigt zur Nutzung von interaktiven Medien in Museen. Der unkonventionelle Einsatz von Speech Recognition, Dynamic Video Mapping, Facial Expression Detection und Emotion Analysis, ermöglicht den Ausstellungsbesucherinnen und -besuchern viele neue und ungewohnte Zugänge zur Interaktion und zur persönlichen Annäherung an die Themen der Kulturgeschichte.


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Herakles mit Löwenhelm im Europäischen Parlament: Der Schauspieler Ben Gageik verkörpert den griechischen Helden in einer Debatte im Plenarsaal des Europäischen Parlaments in Straßburg. Seine Gesprächspartner sind Königin Niobe (Jasmin Kiranoglu), eine Bürgerin von Athen (Lisanne Hirzel) und der römische Kaiser Caracalla (Bernhard Schneider). Ihr Wortwechsel setzt sich zusammen aus einer Textcollage von Franticek Klossner, bestehend aus Zitaten griechischer Philosophen und den Aussagen von Politikerinnen und Politikern der Gegenwart.


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«Apollon vom Belvedere» im Gespräch mit den Ausstellungsbesucherinnen und -besuchern: Digitale Spracherkennung, interaktive Programmierung, und dynamisches Videomapping, ermöglichen den direkten Dialog zwischen der Skulptur um dem Publikum. Der Schauspieler Antonio Ramon Luque verleiht dem olympischen Gott des Lichts und der Weissagung, seine Stimme, seine ausdrucksstarke Mimik und eine zeitgenössische Sprache. In prägnanten Videosequenzen beantwortet Apollon die Fragen des Publikums und erläutert seine Bedeutung in der griechischen Mythologie. Er erzählt von der dramatischen Flucht seiner Mutter Leto und seiner Geburt auf der schwimmenden Insel Delos, in die sich Letos Schwester Asteria verwandelt hatte. Er schwärmt von seiner unerfüllten Liebe zur Bergnymphe Daphne. Trauernd erzählt er von seinem hochbegabten Sohn Asklepios, den die Götter wegen seiner allzu mächtigen Heilkraft vernichtet hatten. Er beklagt den Verlust seiner Freunde Hyakinthos und Kyparissos, deren Tod er miterleben musste. Apollon, der strahlende Gott des Lichts trägt wahrhaftig viel Dunkelheit und Trauer in sich. So ist es nicht verwunderlich, dass er uns zum Schluss mit den Worten des Philosophen Heraklit beschwört: «Allen Menschen ist zuteil, sich selbst zu erkennen und verständig zu denken». Gnothi seauton: Erkenne dich selbst!


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Im Gespräch mit «Hermes von Olympia»: Digitale Spracherkennung, interaktive Programmierung und dynamisches Videomapping, ermöglichen das direkte Gespräch mit der berühmten Skulptur des Praxiteles. Der aus Hamburg stammende Schauspieler Malte Homfeldt verleiht dem Götterboten sein Gesicht, seine Stimme und eine heutige Sprache. Über ein Mikrofon kann die Skulptur direkt ‹angesprochen› und zu ihrer Geschichte befragt werden. In prägnanten Videosequenzen beantwortet Hermes die Fragen des Publikums und erläutert seine Bedeutung in der griechischen Mythologie. In faszinierenden Erzählungen schildert er die dramatische Schenkelgeburt des Dionysos und die ebenso spektakuläre Kopfgeburt der Athena. Als Kommunikationsexperte äussert er sich aber auch in pointierten Worten zu aktuellen Themen der Digitalisierung und der Globalisierung.


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Die Monumentalskulptur «Athena von Velletri» spricht zu den Menschen. Die interaktive Umsetzung mit digitaler Spracherkennung, ermöglicht den Ausstellungsbesucherinnen und -besuchern das direkte Gespräch mit der drei Meter hohen Statue. Die Schauspielerin Eva Marianne Berger verleiht ihr Stimme und Mimik und eine zeitgenössische Sprache. In prägnanten Videosequenzen erläutert die Göttin der Weisheit ihre Bedeutung in der griechischen Mythologie und äussert sich in eindringlichen Worten zu aktuellen gesellschaftlichen und politischen Themen der Gegenwart. Sie beschwört die Bedeutung von Demokratie, Friedensförderung und Bildung. Sie erzählt aber auch von ihrer prägenden Begegnung mit der begabten, aber hochmütigen Künstlerin Arachne oder vom elternlosen, erdgeborenen Erichthonios, den sie liebevoll aufzog bis er die Königsmacht über Athen erlangte.


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In einer überaus sinnlichen Performance erweckt der aus Bremen stammende Schauspieler Johannes Schumacher den «Barberinischen Faun», eine hellenistische Skulptur eines schlaftrunkenen Satyrs, die vermutlich um 220 v. Chr. geschaffen wurde, aus seinem zweitausendjährigen Schlaf. Verschlafen aber hochmotiviert, erzählt der lasziv auf einem Felsen lümmelnde Satyr von seiner Weltkarriere als heissbegehrtes Kunstwerk auf der Reise von Griechenland über Rom nach München, wo er noch heute in der Glyptothek seine Fans begeistert. Dann sinniert und philosophiert der Satyr genüsslich über gesellschaftliche Normen und Tabus. Er spricht über «Nacktheit in der Kunstgeschichte» und erläutert den Begriff der «Kalokagathia». Mit viel sinnlicher Hingabe und Lust widmet er sich den Themen der geschlechtlichen Orientierung und der Erotik und Sexualität im Wandel unserer Kultur- und Mentalitätsgeschichte.


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In einer interaktiven Videoinstallation zur Thematik der Selbstwahrnehmung und Fremdwahrnehmung, die sich auf das «Orakel von Delphi» bezieht, werden die Emotionen der Besucherinnen und Besucher analysiert und kommentiert. Der sprechende Kopf des «Antinoos Mondragone» verkündet den überraschten Gästen wie sie sich fühlen. Ihre individuelle Stimmungslage wird anhand visueller Mimikerkennung und digitaler Emotionsanalyse eruiert, «ausgewertet» und «gedeutet». Die poetischen Deutungen in Form von rätselhaften Orakel-Sprüchen (Texte von Frantiček Klossner) werden spezifisch für jede Besucherin und jeden Besucher aus einer umfassenden Video-Library abgerufen. Der junge Schweizer Schauspieler Antonio Ramón Luque, bekannt aus der SRF-Webserie «Nr. 47», verleiht dem digitalen «Emotions-Orakel» seine Ausstrahlung und seinen überzeugenden Ausdruck.


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Die Stimme der Gegenwart: Mit einer Videoperformance zur Geschichte der Philosophie und der Aufklärung, ist auch Deutschlands bekannteste freie Philosophin, die Bestsellerautorin Dr. Rebekka Reinhard in der Ausstellung vertreten. Mit ihrer Performance haucht sie einem Bildnis der antiken griechischen Dichterin «Sappho» neues Leben ein und verleiht ihr eine prägnante Stimme der Gegenwart. Umgeben von prominenten Zuhörern wie Platon, Sophokles und Homer, äussert sich die Philosophin zu aktuellen Fragen unserer Zeit. In engagierten Statements erörtert sie zentrale Ausstellungsthemen wie Diversität und interkulturelle Kompetenz, Gender und Gleichstellung, Globalisierung und Digitalisierung, Mündigkeit und Kulturelle Verantwortlichkeit gegenüber sich selbst und gegenüber der Gesellschaft.


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Rebekka Reinhard - Philosophy works !

Rebekka Reinhard ist stellvertretende Chefredakteurin der Philosophie-Zeitschrift «Hohe Luft - für alle, die Lust am Denken haben». Das von ihr 2009 veröffentlichte Buch «Die Sinn-Diät», ist eines der erfolgreichsten deutschsprachigen Bücher im Bereich der Philosophie der neueren Zeit. Ebenso breite Beachtung fanden auch ihre darauffolgenden Bücher: «Odysseus oder die Kunst des Irrens» (2010 und «Würde Platon Prada tragen?» (2011). Ihr vieldiskutiertes Werk «Philosophie der Macht (nur für Frauen)» ist 2015 im Ludwig Verlag erschienen. Rebekka Reinhard sagt von sich: «Ich zeige Euch, was Mut, Neugier und Authentizität heute wirklich bedeuten».


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Eröffnungsfeier FACING HISTORY, 7. Juni 2019, Universität Bern, Hans Ulrich Glarner, Amt für Kultur des Kantons Bern

Auszug aus der Eröffnungsrede von Hans Ulrich Glarner:

 

(...) unter den vielen Bewerbungen bei der Jurierung des Innovationswettbewerbs 2016 des Kantons Bern zum Thema «Kultur.Digital – Impulsbeiträge für digitale Kulturvermittlung» lag ein Dossier der Antikensammlung auf. Ausgerechnet! Die Gipsabgüsse aus dem Abstellraum. Wurde hier etwa ein Dossier falsch zugewiesen? Aber nein: Das Dossier von Frau Prof. Elena Mango und Frantiček Klossner erwies sich als das absolut spannendste von allen. Am Ende der Jurierung schluckten wir alle etwas leer, als wir dem Projekt mit 50‘000 Franken den Hauptpreis zusprachen.

 

Die Eingabe war dermassen faszinierend, aufregend und neu. Aber «Schaffen die das?». Ist ihre Vision, die Figuren der Antikensammlung durch interaktive Szenografien zum Leben zu erwecken, in die Realität umsetzbar? Wir vertrauten weniger den sibyllinischen Begriffen wie «Real-Time Face-Tracking», sondern vielmehr dem Künstler Frantiček Klossner, der bereits in verschiedenen Zusammenhängen unsere hoch gesteckten Erwartungen übertroffen hatte, und wir vertrauten natürlich auch der Universität Bern und ihrem geschätzten Institut für Archäologische Wissenschaften. Die Jury hat insbesondere überzeugt, dass dieses Projekt einen starken künstlerischen Akzent setzt, dafür eine ambitionierte Anwendung digitaler Mittel wählt und auf Nachhaltigkeit ausgelegt ist.

Wir wurden nicht enttäuscht. Wie wir heute wissen und erleben werden, konnte das anspruchsvolle Projekt realisiert werden. Und ein erster Coup d’Oeil im Beisein der Künstler empfand ich als äusserst vielversprechend. Auch punkto Nachhaltigkeit: Das Interesse an Übernahmen und Ausweitung des gewählten Ansatzes scheint schon vor Ausstellungseröffnung nicht gering zu sein.

 

Entscheidend ist aus meiner Sicht, dass die Ausstellung uns in Situationen führt, welche die Besuchenden zum Nachdenken anregen. Die Projektionen auf den Gipsfiguren sind nicht bloss optisch reizvoll und im besten Sinne unterhaltend. Die Reflexe auf den weissen Körpern setzen ganz rasch Reflexion in Gang. Sie holen Jahrtausende alte Weisheit ans Licht und sie führen uns beispielsweise vor Augen, dass unsere abendländische Kultur (wie sie ja ab und zu mit anderer Absicht beschworen wird), dass unsere abendländische Kultur, dass Europa auf Diversität gründet. Wie weit greifen doch die Spielarten des Lebens. Und wie stark die Vielfalt eine Gesellschaft machen kann. Dies spiegelt sich im Götterpanorama der Antike, dies finden wir in der Odyssee.

 

Eine Voraussetzung allerdings, dass es gut kommt, ist, dass die Beteiligten gemeinsame Werte teilen. Und dafür geben die antiken Philosophen und deren Rezeption seit der Renaissance und vor allem seit der Aufklärung Anregung genug. So ist mir etwa der Diskurs Aristoteles über die Tugenden einer staatlichen Gemeinschaft ein verlässlicher Wegweiser und gehört für mich wie auch Kleists «Penthesilea» oder Anouilhs «Antigone» bis hin zu «Antigone of Syria», zu den Leitmotiven der Kunst und des Lebens. Mit der Ausstellung «Facing History» begegnet mir dieses Leitmotiv in einer überraschenden, neuen, besonders vielschichtigen Variation. Ich danke allen Beteiligten für diese Bereicherung und wünsche dem Projekt den verdienten Erfolg.


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Eröffnungsfeier FACING HISTORY, 7. Juni 2019, Prof. Elena Mango, Universität Bern

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Eröffnungsfeier FACING HISTORY, 7. Juni 2019, Prof. Dr. Silvia Schroer, Vizerektorin der Universität Bern

Mitwirkende Schauspielerinnen und Schauspieler


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Eva Marianne Berger, Schauspielerin

www.eva-marianne-berger.de

Ihre Ausbildung hat sie 2008 an der Hochschule der Künste Bern HKB abgeschlossen. Bis 2012 war sie Ensemblemitglied am Theater Dessau. Ab 2013 war sie Ensemblemitglied am Landestheater Coburg. Ihre Stimme begleitet sowohl die Reisenden im Schweizer «Postauto» wie auch die Besucher im Bayerischen Nationalmuseum München oder im Historischen Museum Bern.

 

In FACING HISTORY erweckt sie die Monumentalskulptur «Athena von Velletri» zu neuem Leben. Die interaktive Umsetzung mit digitaler Spracherkennung, ermöglicht dem Publikum das direkte Gespräch mit der drei Meter hohen Statue. In prägnanten Videosequenzen erläutert die Göttin der Weisheit ihre Bedeutung in der griechischen Mythologie und äussert sich in eindringlichen Worten zu aktuellen gesellschaftlichen und politischen Themen der Gegenwart. Sie beschwört die Bedeutung von Demokratie, von Friedensförderung und Bildung. Sie erzählt aber auch von ihren prägenden Begegnungen mit der begabten, aber hochmütigen Künstlerin Arachne oder dem erdgeborenen Erichthonios, den sie liebevoll aufzog bis er die Königsmacht über Athen erlangte.

 

 



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Ben Gageik, Schauspieler

Der aus Düsseldorf stammende Schauspieler hat seine Ausbildung an der Hochschule der Künste HKB in Bern absolviert und 2019 mit dem

Master of Arts in Expanded Theater abgeschlossen. Bereits vor seinem Studium war er in mehreren deutschen Filmproduktionen zu sehen. Grosse internationale Beachtung findet Ben Gageik in der Rolle des Danny Weiss im Film-Drama «The Queen's Gambit» (2020)

 

In FACING HISTORY erweckt Ben Gageik zwei antike Statuen zu neuem Leben: Zum Themenbereich «Politik» verkörpert er den griechischen Helden Herakles in einer Debatte im Plenarsaal des Europäischen Parlaments in Straßburg. Sein Wortwechsel setzt sich zusammen aus bekannten Zitaten griechischer Philosophen und den Aussagen von Politikerinnen und Politikern der Gegenwart. In einer weiteren Videoinstallation verleiht Ben Gageik seine ausdrucksstarke Stimme und seine Mimik dem Kolossalkopf eines Dioskuren. Dieser beschwört in eindringlichen Worten die kulturelle Vielfalt Europas und den gesellschaftlichen Zusammenhalt.

 

 



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Lisanne Hirzel, Schauspielerin

www.lisannehirzel.com

Die Schauspielerin hat ihre Ausbildung an der Hochschule der Künste Bern HKB absolviert, wo sie das Masterstudium in Expanded Theater 2019 abgeschlossen hat. Im Anschluss an ihr Studium wird sie Mitglied im Schauspielensemble am Fünfspartentheater Chemnitz.

 

In FACING HISTORY verkörpert sie eine Bürgerin von Athen in einer Debatte im Plenarsaal des Europäischen Parlaments in Straßburg. Lisanne Hirzel verleiht ihre Stimme und ihre Mimik dem sogenannten «Weiblichen Kopf vom Südabhang der Akropolis» (einem Frauenkopf der 1876 in der Nähe des Asklepieions entdeckt wurde und dessen Original sich im Archäologischen Nationalmuseum in Athen befindet. Der stark beschädigte Fund aus dem 4. Jh. v. Chr. wird oft auch als «Ariadne» personifiziert). In der Rolle der Ariadne erleben wir Lisanne Hirzel in einer Debatte im Europäischen Parlament. Ihr Wortwechsel setzt sich zusammen aus bekannten Zitaten griechischer Philosophen und den Aussagen von Politikerinnen und Politikern der Gegenwart.



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Malte Homfeldt, Schauspieler

Der aus Hamburg stammende Schauspieler hat seine Ausbildung an der Hochschule der Künste HKB in Bern absolviert. 2016 gastierte er am Staatstheater Saarbrücken in «Romeo und Julia» unter der Regie von Daniel Pfluger. 2017 war er im Kunsthaus Zofingen in Franticek Klossners Videoinstallation «Generation Head Down» als Götterbote Hermes zu sehen. 2021 spielte er in «HILFE! ABER» im Schlachthaus Theater Bern. 2022 gewinnt er zusammen mit Antonio Ramón Luque, mit einem Projekt in der Kategorie Klimawandel, den SEHNERV Medienkunstpreis.

 

In FACING HISTORY verleiht Malte Homfeldt seine Stimme und seine Ausstrahlung an «Hermes von Olympia». Digitale Spracherkennung und interaktives Videomapping, ermöglichen das direkte Gespräch mit der berühmten Skulptur des Praxiteles. In prägnanten Videosequenzen beantwortet Hermes die Fragen des Publikums und erläutert seine Bedeutung in der griechischen Mythologie. In faszinierenden Erzählungen schildert er die dramatische Schenkelgeburt des Dionysos und die ebenso spektakuläre Kopfgeburt der Athena. Als Kommunikationsexperte äussert er sich aber auch in pointierten Worten zu aktuellen Themen der Digitalisierung und der Globalisierung.



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Jasmin Kiranoglu, Schauspielerin

www.jasminkiranoglu.com

Die Schauspielerin hat ihre Ausbildung an der Hochschule der Künste Bern HKB absolviert und 2019 mit dem Master in Expanded Theater abgeschlossen. Jasmin Kiranoglu ist als Performancekünstlerin tätig in den spartenübergreifenden Bereichen zwischen bildender und darstellender Kunst.

 

In FACING HISTORY verkörpert Jasmin Kiranoglu die leidende Niobe, die Gemahlin des thebanischen Königs Amphion, in einer Debatte im Plenarsaal des Europäischen Parlaments in Straßburg. Umgeben von den Parlamentarierinnen und Parlamentariern führen vier antike Büsten eine Debatte zu aktuellen Themen. Niobes Gesprächspartner sind der römische Kaiser Caracalla (Bernhard Schneider), der griechische Held Herakles (Ben Gageik) und Ariadne (Lisanne Hirzel). Ihr Wortwechsel setzt sich zusammen aus bekannten Zitaten griechischer Philosophen und den Aussagen von Politikerinnen und Politikern der Gegenwart, in einer Textcollage von Franticek Klossner.

 



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Antonio Ramón Luque, Schauspieler

Der aus Malaga stammende Schauspieler hat seine Ausbildung an der Hochschule der Künste Bern HKB absolviert. Bekannt wurde er einem breiten Publikum durch seine Mitwirkung im Film «The Man With The Silver Case» von Colin Best sowie in der SRF Serie «Nr. 47» unter der Regie von Samuel Morris. 2022 gewinnt er zusammen mit Malte Homfeldt den SEHNERV Medienkunstpreis in der Kategorie Klimawandel.

 

In FACING HISTORY verleiht Antonio Ramón Luque der berühmten Skulptur des «Apollon vom Belvedere» seine Stimme, seine ausdrucksstarke Mimik und eine zeitgenössische Sprache. In prägnanten Videosequenzen beantwortet der olympische Gott des Lichts, die Fragen des Publikums und erläutert seine Bedeutung in der griechischen Mythologie. Er erzählt von der dramatischen Flucht seiner Mutter Leto und seiner Geburt auf der schwimmenden Insel Delos. Er schwärmt von seiner unerfüllten Liebe zur Bergnymphe Daphne. Trauernd erzählt er von seinem hochbegabten Sohn Asklepios, den die Götter wegen seiner allzu mächtigen Heilkraft vernichtet hatten. Er beklagt den Verlust seiner Freunde Hyakinthos und Kyparissos, deren Tod er miterleben musste. Apollon, der strahlende Gott des Lichts trägt wahrhaftig viel Dunkelheit und Trauer in sich. So ist es nicht verwunderlich, dass er uns mit den Worten des Philosophen Heraklit beschwört: «Alle Menschen haben das Recht auf Selbsterkenntnis und verständiges Denken». Gnothi seauton: Erkenne dich selbst!



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Rebekka Reinhard, Philosophin

rebekkareinhard.de

Die Philosophin ist stellvertretende Chefredakteurin der Zeitschrift «Hohe Luft - für alle, die Lust am Denken haben». Das von ihr 2009 veröffentlichte Buch «Die Sinn-Diät», ist eines der erfolgreichsten deutschsprachigen Bücher im Bereich der Philosophie der Gegenwart. Ebenso breite Beachtung fanden auch «Odysseus oder die Kunst des Irrens» (2010), «Würde Platon Prada tragen?» (2011) und «Philosophie der Macht (nur für Frauen)» (2015). Rebekka Reinhard sagt von sich: «Ich zeige Euch, was Mut, Neugier und Authentizität heute wirklich bedeuten».

 

In FACING HISTORY ist Rebekka Reinhard mit einer Videoperformance zur Geschichte der Philosophie und der weiblichen Selbstermächtigung vertreten. Mit ihrer Performance verleiht sie einem Bildnis der antiken griechischen Dichterin «Sappho» (Herme, Sappho der Villa Albani) eine prägnante Frauenstimme der Gegenwart. Umgeben von den prominenten männlichen Zuhörern wie Platon, Sophokles, Heraklit und Homer, äussert sich die Philosophin zu aktuellen Fragen unserer Zeit. In engagierten Statements erörtert sie zentrale Ausstellungsthemen wie Diversität, interkulturelle Kompetenz, Gleichstellungs- und Genderfragen, Mündigkeit und kulturelle Verantwortlichkeit gegenüber sich selbst und der Gesellschaft.



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Johannes Schumacher, Schauspieler

staatstheater.de

Der aus Bremen stammende Schauspieler hat seine Ausbildung an der Hochschule der Künste Bern HKB und an der Hochschule für Musik, Theater und Medien HMTMH in Hannover absolviert. Von 2014 bis 2016 war er festes Ensemblemitglied am Staatstheater in Karlsruhe. Seit der Spielzeit 2017/18 ist er Ensemblemitglied am Oldenburgischen Staatstheater.

 

In der Ausstellung FACING HISTORY erweckt der aus Bremen stammende Schauspieler Johannes Schumacher den «Barberinischen Faun» (eine hellenistische Skulptur eines schlaftrunkenen Satyrs, die vermutlich um 220 v. Chr. geschaffen wurde) aus seinem zweitausendjährigen Schlaf. Noch leicht verschlafen aber hochmotiviert, erzählt der lasziv auf einem Felsen lümmelnde Satyr von seiner Weltkarriere als heissbegehrtes Kunstwerk auf der Reise von Griechenland über Rom nach München, wo er noch heute in der Glyptothek seine Fans begeistert. Dann sinniert und philosophiert der Satyr genüsslich über gesellschaftliche Tabus. Er spricht über «Nacktheit in der Kunstgeschichte» und erläutert das Konzept der «Kalokagathia». Mit viel Hingabe und Lust widmet er sich den Themen der geschlechtlichen Orientierung und der Sexualität im Wandel unserer Kultur- und Mentalitätsgeschichte.



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Bernhard Schneider, Schauspieler

www.bernhardschneider.ch

Seine Ausbildung hat der Schauspieler an der Hochschule der Künste Bern HKB mit dem Master of Arts in Theater 2019 abgeschlossen. Engagements folgten am Theater Luzern sowie am Konzert Theater Bern. 2016 war er am Freilichttheater Ballenberg tätig, wo er mit grossem Erfolg die Hauptrolle in «Ueli der Knecht» von Jeremias Gotthelf verkörperte.

 

In FACING HISTORY erleben wir Bernhard Schneider in einer Videoinstallation zum Themenbereich «Politik». Die Szene spielt im Plenarsaal des Europäischen Parlaments in Straßburg. Umgeben von den Parlamentarierinnen und Parlamentariern führen vier antike Büsten eine Debatte zu aktuellen Themen. Bernhard Schneider verleiht seine Stimme und seinen Ausdruck einer Büste des römischen Kaisers Caracalla. Seine Gesprächspartner sind Niobe (Jasmin Kiranoglu), Herakles (Ben Gageik) und Ariadne (Lisanne Hirzel). Ihr Wortwechsel setzt sich zusammen aus bekannten Zitaten griechischer Philosophen und den Aussagen von Politikerinnen und Politikern der Gegenwart, in einer Textcollage von Franticek Klossner.

 

 



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Isabelle Stoffel, Schauspielerin

www.recycled-illusions.com

Im Anschluss an ihre Schauspielausbildung an der Hochschule der Künste Bern HKB, ist Isabelle Stoffel in zahlreichen freien Produktionen in der Schweiz, Belgien, Brasilien sowie in Deutschland und Spanien tätig. Sie spielt in zahlreichen spanischen Kinofilmen, u.a. 2019 in «La virgen de agosto», Regie: Jonás Trueba. Auf der Bühne ist sie sowohl im deutschen wie auch im spanischen Sprachraum zu sehen, u.a. am Nationaltheater in Madrid in «La rendición» unter der Regie von Sigfrid Monleón.

 

In FACING HISTORY verleiht Isabelle Stoffel ihre Stimme und ihren Ausdruck an die Skulptur der «Venus von Arles», einer Darstellung der olympischen Göttin Aphrodite. Die interaktive Videoumsetzung ermöglicht das direkte Gespräch mit Aphrodite. Die Göttin der Schönheit und der Liebe kann zu ihrer spannenden Vergangenheit befragt werden. In prägnanten Antworten erläutert sie ihre Bedeutung in der griechischen Mythologie und bietet faszinierende Einblicke in ihr reiches Liebesleben. Sie verrät aber auch interessante Details zum «Urteil des Paris» und zum Untergang Trojas und macht uns auf ihren Gürtel aufmerksam, den sie uns als täglich wiederkehrenden Hoffnungsschimmer bei Sonnenaufgang und Sonnenuntergang am Gegenhorizont hinterlassen hat.



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Cinzia Marti, Kunsthistorikerin

Ihr Studium in Kunstgeschichte und Archäologie hat sie 2018 an der Universität Bern abgeschlossen. Bereits während dem Studium war sie für das Musée Visionnaire in Zürich im Bereich der Kulturvermittlung tätig. Von 2016 bis 2017 betreute Cinzia Marti ad interim die Antikensammlung Bern. Anschliessend war sie für das Kunsthaus Zofingen sowie für die Kunstsammlung der Stadt Zofingen tätig.

 

Cinzia Marti hat massgeblich zur Realisierung der Sonderausstellung FACING HISTORY beigetragen. Durch ihren engagierten Einsatz in den Bereichen des Fundraisings, der Kommunikation, der Vernetzung und Koordination, hat sie entscheidend zur finanziellen Absicherung und zur Machbarkeit des Projekts in der Antieknsammlung der Universität Bern beigetragen. Sie hat den Künstler Franticek Klossner bei der Entwicklung der Drehbücher zu den interaktiven Videoinstallationen wissenschaftlich beraten und das Filmteam bei den Dreharbeiten als Regieassistentin unterstützt. Sie hat massgeblich an der Szenografie der Ausstellung mitgewirkt und die Koordination zwischen den Kunstschaffenden und der Universität Bern geleitet.

 

 



Dank

Die Realisierung der Ausstellung wurde ermöglicht durch ­Förderbeiträge von: Kulturförderung des Kantons Bern, Ernst Göhner Stiftung, Hans-Eugen und Margrit Stucki-Liechti Stiftung HMSL, Beisheim Stiftung, Stiftung Vinetum, Burger­­ge­meinde Bern, Ursula Wirz-Stiftung, Temperatio Stiftung, Kultur Stadt Bern, Fondation Johanna Dürmüller-Bol, Carola Ertle + Günther Ketterer. Wir danken für die freundliche Unterstützung.

 














Verein zur Förderung von Medienkunst SEHNERV.org